Bericht Lauf 1, Lauf 2, Schleiz 8.-10. Mai - SUPERBIKE OPEN
BMW-Duell lenkt von Kampf an der Spitze ab
Auch die Superbike-OPEN-Klasse wurde von einige Protagonisten als Übungsfeld für die IDM genutzt. Sachsen-Blitz Didier Grams stellt seine 1000er Gixxer vom Racing- Team Germany mit 5 Hunderstel Vorsprung auf den Österreicher Horst Saiger auf die beste Startposition. Dahinter folgen mit Sekunden-Abstand der hoffnungsvolle Nico Machnow auf der Kunkel-Kawasaki und ein unglaublicher Daniel Bergau: Der Pilot der BMW-Hausschmiede Schuberth (Oschersleben) kam noch nicht in den Genuss einer Vorserien-1000 SS, und prügelt die aufgebrezelte K 1200 S (mit Kardan!) fast schon trotzig in die erste Reihe – deutlich vor dem brandneuen 1000 SS-Superbike von BMW-Mitarbeiter Ralf Schwickerath (Achter). Harald Kitsch, im ersten Training noch vorn, geht als Sechster und bester Twin aus Reihe zwei ins Rennen. Im Samstag-Heat übernimmt Pole-Mann Didier Grams sofort die Spitze und führt vor Horst Saiger. Die beiden IDM-Starter setzen sich vom Rest ab. Grams fliegt in der sechsten Runde in der Linkskurve vor der Steintribüne heftig ab,sein Bike durch das gesamte Kiesbett bis hinter den Fangzaun! Grams und Streckenposten bleiben zum Glück unverletzt, der Sachse muss aber das zweite Rennen auslassen. Horst Saiger schaltet ohne Druck sofort einen Gang zurück (“Ich hatte dicke Arme vom Rennen zur österreichischen Meisterschaft gegen Andy Meklau”) und gewinnt. Dahinter hält ein gut aufgelegter Nico Machnow Altmeister Peter Preußler in Schach. Ralf Schwickerath stellt hochmotiviert in Runde drei die interne BMW-Rangordung wieder her und zieht mit der neuen 1000 SS am Marken-Kollegen Daniel Bergau mit der alten und schweren Schuberth-K 1200 vorbei. Der gibt wirklich alles für einen Konter, im Ziel fehlen nur sechs Zehntel auf den Viertplazierten Schwickerath. Harald Kitsch wird mit der KTM RC 8 als Sechster bester Zweizylinder-Fahrer. Superbike-Urgestein Uwe Pollheide ist nach Start vom fünften Platz aus mit Rang sieben im Rennen nicht wirklich zufrieden, Stefan Rambow (Suzuki) und Stefan Holz auf der betagten Kawasaki ZX 7 RR dahinter schon. Ralph Schädel steuert die beste Ducati auf Position elf, und lässt damit das illustre Trio kämpfender Vierzylinder - Ferdinand Schmarje, Lutz Stadler (beide Suzuki) und Peter Limmer (Yamaha) - hinter sich. Für smarte Unterhaltung sorgt im Hinterfeld der Liechtensteiner Adi Wohlwend, der mit seiner derben Suzuki B-King (Nakedbike!) auf den Gerade wie ein Segelboot wirkt – und dennoch drei vollverschalte Sportler hinter sich lässt.
Für den Sonntag sind die Karten nochmal neu gemischt: In Abwesenheit des angeschlagenen Didier Grams und des Samstag-Siegers Horst Saiger (war bereits auf dem Heimweg nach Österreich) schied noch in der Einführungsrunde Geheim-Favorit Nico Machnow mit Motorschaden aus. Nach dem Start setzt sich ein Trio aus. Harald Kitsch (KTM), Peter Preussler (Suzuki GSX-R) und Daniel Bergau (BMW K 1200) an die Spitze und umrundet im Meter-Abstand den sonnengefluteten Straßenkurs. Ralf Schwickerath auf der BMW 1000 SS folgt mit Respektabstand, liegt auf einem sicheren vierten Rang, als technische Probleme (komplette Fußrastenanlage verloren) in der letzen Runde zur Aufgabe zwingen. So erbt der Däne Martin Iver Pedersen auf der KJM-Yamaha R1 den vierten Rang und bezwingt Haudegen Uwe Pollheide auf der Suzuki ganz knapp. Obwohl Preussler den Kollegen Kitsch permanent unter Druck setzt und immer wieder Angriffe inszeniert, läßt sich der KTM-Pilot auch im Finale nicht aus der Ruhe bringen und fährt den ersten KTM-Superbike-Sieg nach Hause. „Wir haben gegenüber gestern das Fahrwerk verbessern können“, freut sich Kitsch im Ziel. Daniel Bergau macht der Schuberth-K 1200 mit Rang drei ein schönes Abschiedgeschenk („die gehört nun aber wirklich bald ins Museum…“) und wartet nun sehnsüchtig auf die neue BMW 1000 SS. Der Däne Lars Engel (Scansign-Honda) revanchiert sich für die knappe Niederlage gegen Stefan Holz am Vortag und wird Sechster vor dem ZX-7-Treiber.