Bericht SuperclassiX Endurance 20.-24. Mai 2009


Frischer Wind in der Endurance-Szene
SuperclassiX-Endurance debütierte glücklich in Oschersleben

Geschichte wurde geschrieben am letzten Samstag im Mai in Oschersleben. Zum ersten Mal fiel die Startflagge zum SuperclassiX Endurance, heuer parallel zur Sprintklasse der SuperclassiX von Art Motor aus der Taufe gehoben. Zwanzig Teams fanden sich zum Start ein - beachtlich für ein erstes Mal. Das classic Endurance, dessen Feld heute mehr als 40 Teams stellt, kam mit deutlich weniger Teams vom Start.

An der Spitze stand ein Dreikampf zu erwarten. Zum engsten Favoritenkreis zählten Ralf Wobker und Jörg Dreisörner auf Ducati 888, das CBR 600 (PC 25)-Team von Steffen Klein und Alexander Stamm und TT Racing, für die Thomas Tippelt und Ralf Lammers die bärenstarke Katana genannt hatten. Doch nach einem Sturz im Training konnte Thomas nur vom Gartenstuhl aus die mechanischen Arbeiten dirigieren, seinen Platz nahm kurzerhand Frankie Niedermayer ein, mit großvolumigen aircooled-Suzukis bestens vertraut. Und noch kurzfristiger stießen Gunnar Martens und Hagen Kiank auf der dicken CSBK-Kawa hinzu.

Den besten Start erwischte Ralf Lammers, doch es dauerte nicht lange, bis das 888-Team die Oberhand behielt und das Rennen von der Spitze aus kontrollierte. Am dichtesten dran blieben die Schnellsten aus der TT F2, die sich die ganze Renndistanz hindurch nicht aus den Augen verloren. Zunächst führte das PS-Weigel-JBS-Endurance-Team mit Jörg Beisel und Günther Schmidt den Zug an und beeindruckte einmal mehr mit perfekten Boxenstopps des one-bike-Teams. Doch am Ende ließen die Reifen auf der Duc nach, und nicht nur Steffen Klein und Alexander Stamm konnten mit der Honda PC 25 vorbeiziehen, sondern auch Claus Rasch und Peter Westermajer auf ihren 2V-Ducs. Am Ende lagen die Top 3 in einer Runde, Klein/Stamm gewannen mit einer Sekunde Vorsprung vor Rasch/Westermajer und Beisel/Schmidt. Platz vier holte das zweite Honda PC 25-Team mit Alexander Herrmann und Christian Siegel vor der versammelten Ducati-Phalanx von Arne Bast/Jörg Boll (Cool Racing), Werner Häring/Jan Schischkoff (Dream Team) und Jürgen Lösch /Jörg Gellern (J + J Endurance).

Ordentlich ging die Post auch ab in der TT Open. Das Frührentner-Team mit Kurt Busenius und Martin Kallabis auf der Yamaha FZ/FZR war nicht so toll vom Start weggekommen, so dass das Team Felgenfeuer mit Meinhard Peter und Rainer Platt (FZR 1000/FZ 750) sich lange Zeit sicher in Führung wähnen durften. Doch in seinem letzten Stint gab Kalla noch mal richtig FZR-Stoff und holte den TT-Open Sieg. Platz 3 in der TT Open ging an Gerd Strattner (CBR 900) und Michael Hockerts (VFR 750), Platz 4 an das Team Vau Eff Racing mit Markus Rielmann und Ralf Imiella, die dazu eigens die VF 1000 R aus dem Winterschlaf holen mussten, nachdem die 750er im Training den Geist aufgegeben hatte.

Auf gute Resonanz stieß auch die nur beim Endurance-Lauf ausgeschriebene TTF3-Klasse: VFR 400, ZXR 400, Suzuki-Gamma – da gab es ein lang ersehntes Wiedersehen. Aber erst einmal hatten die Endurance-Cracks vom PS-Weigel-JBS-Team die Nase ihrer Ducati 750 SS vorn. Doch genau wie bei der 900 SS i.e.-Maschine ließen die Reifen unerwartet früh nach, Michael Rüdenauer und Thomas Ilzhöfer mussten die Seriensport-Strategen Ivo Leutenegger und Christian Richinger auf ihrer ZXR 400 zum Divisionssieg ziehen lassen. Auf Platz 3 ackerten sich Mike Schabel (VFR 400) und Katharina Hörath (RGV 250) vor, womit das gemischte Team (4- und 2-Takt) unter Strich schneller war als die beiden NC 30 von Steffen Neumann und Wolfgang Saul. Gut hielten sich Willem Roux und Marco Bayer auf ihren fahrtwindgekühlten 550ern. Gegen die jüngeren und schnelleren Race Replicas hatten sie natürlich keine Chance, aber in der Fun-Wertung lagen die beiden ganz weit vorn.

Nach drei Stunden bescherten Wobker/Dreisörner dem Hause Ducati einen weiteren Endurance-Sieg, zwei Runden vor dem schnellsten TTF2-Team, aber mit fettem Vorsprung vor den TTF1-Widersachern Ralf Lammers und Frankie Niedermayer, die elf Runden weniger abspulten. Rang 3 in der TTF1 ging an das Oldkool-Racing-Team von Andreas Trottenberg und Peter Worm, dessen Weg ins Ziel allerdings über das Medical Center führte: Sturz und geplätette Katana vier Minuten vor dem Fallen der schwarz/weiß-karierten Flagge.

Prächtiges Rennwetter, harmonischer Verlauf und gute Laune im Paddock kennzeichneten die SuperclassiX-Endurance-Premiere. Damit steht nicht nur eine Wiederholung im nächsten Jahr außer Zweifel, sondern wohl auch schon fest, dass die Distanz um eine Stunde auf vier Stunden aufgestockt wird – die SuperclassiX-Treiber haben´s sich verdient. Als nächstes aber wird wieder gesprintet: Beim Superbike Birthday am 27/28. Juni stehen die nächsten Läufe zu Classic Superbikes und SuperclassiX an.