Sörensen führt Sound of Thunder-Meisterschaft an
Stelzer fehlte – Wacker zweimal zweite – Schädel und Omlor werden schneller
Die Vorentscheidung fiel bereits am Freitag: Bei einem Sturz ging die Aprilia des Tabellenleaders und Favoriten Ralph Stelzer in Flammen auf. Der Schaden hielt sich in reparablen Grenzen, doch mehr Zeit und weniger Prellungen wären schon nötig gewesen. Erstmals in dieser Saison konnte daher das Duo Nicolai Sörensen und Kämna V2-Testa so richtig auftrumpfen – auch wenn das
Motorrad schon unter Cristian Willmann einen Laufsieg in der Lausitz verbuchen konnte. Von Anfang an ließ Thunder Viking Sörensen nicht den geringsten Zweifel an seinen Ambitionen: und stellte seinen blauen Blitz mit fast zwei Sekunden Vorsprung auf Pole und ging in Tabellenführung.
Start frei zur Sound of Thunder: Nicolai Sorensnen startete auf der Kamna-Testa V2 von Pole aus, vor Gerhard Wacker (Wacker-Honda SP2), Martin Kratzer Ilmberger-Ducati 999)und Andreas Newiger (Ducati-SH 999R). Aus der zweiten Reihe feuert Ralf Schwickerath (Packparts-BMW R1200S).

Erst einmal im Rennen, gelang es ihm jedoch nicht, die Konkurrenz so weit auf Distanz zu halten. Die 999-Piloten Martin Kratzer und Andreas Newiger blieben zunächst einmal dran, bis Sörensen und Kratzer davonziehen konnten. Newiger bekamen hingegen Druck von hinten. Ralph Schädel geigte trotz schwächeren Austauschmotors nach zerbröseltem Triebwerk am Freitag ordentlich auf und holte mit Platz 4 sein bisher bestes SoT-Ergebnis, konnte sich jedoch nur mit Mühe Ralf Schwickeraths erwehren, der die Packparts-BMW mit Druck auf Platz 5 trieb, ganz knapp vor PS-Redakteur Robert Glück auf der Boxenstopp-RSV.

Das Trio hätte sich vielleicht noch anders sortiert, wäre nicht Holger Turni eingangs Start-Ziel so kräftig ausgeglitten, dass die Hillbilly Buell mitten auf der Fahrbahn lag und das Rennen
abgebrochen werden musste. Das fror Hagen Omlor auf Platz 7 ein und brachte Gerhard Wacker um die Früchte seiner Aufholjagd. Trotz drittbester Rundenzeit blieb es so für ihn bei Platz 8 vor Christoph Dachselt und Daytona, dessen Bremsanlage nicht planmäßig verzögerte.
Am Vorstart: Wacker, Omlor, Newiger. Dahinter Livio Kagi auf der Egli-MZ, Thunder Cup-Sieger in Lauf 1

Beachtlich für sein erstes Sound of Thunder-.Rennen schlug sich Heiner Jäger mit einem 11. Platz - bequem vor Thunder Vikings-Teamkollege Bjarne Jensen, der dafür Holger Aue und Sören Lauridsen um so dichter im Nacken hatte.. Für Bodo Metz blieb nur Platz 15, immerhin mehr als zehn Sekunden vor Harry Sinkel, Jens Jakubasck und Jacques Vlaemynck.

Lauf 2 sollte sich als nicht minder turbulent erweisen: Heiner Jäger auf der zweiten V2-Testa knallte auf Gerhard Wacker. Die Honda erwies sich als die robustere, Wacker war beim zweiten Start wieder dabei und hatte nicht nur einen steifen Nacken, sondern auch richtig Adrenalin im
Blut: Zwar knallte das Sörensen-Kratzer Duo wieder vorneweg in Richtung „da capo“, doch Wacker biss sich durch gegen Andreas Newiger und Ralph Schädel, bevor er sich im Medical Center einen riesigen Eisbeutel in den Nacken pressen ließ.
Siegerehrung des zweiten Rennens: Max Neukirchner gratuliert dem Sieger Nicolai Sorensen (Mitte, Martin Kratzer (rechts), dem Viertplatzierten Andreas Newiger und Ralph Schadel. Der Dritte, Gerhard Wacker fehlt entschuldigt - nach dem Startcrash besuchte er das Medical Center.

Ein (für 2006) neuer Mann auf bekanntem Motorrad in diesem Rennen war Piet Schmidt, der die zwei Jahre alte Stelzer-RSV-Mille versuchshalber ausritt (steht für 8 Mille zum Verkauf), auf Anhieb gut klarkam und Hagen Omlor auf der Moto Mittrach 998 um einen Lidschlag auf Platz 7 verwies. Ganz nah dran und damit besser unterwegs als im ersten Rennlauf war auch Sören Lauridsen auf Platz 8. In Sichtweite dieses Trios konnte sich nur noch Christoph Dachselt auf der TT-Motorräder-VTR halten, Holger Aue schaffte mit der Motomania 998 immmerhin seinen ersten SoT-Top-Ten-Platz, verlor aber mehr als zehn Sekunden auf Dachselt.

Die zweiten Top Ten führte auf Rang 11 Bodo Metz ins Ziel, der sich Bjarne Jensen vom Leib hielt. Jürgen W. Hillenbrand brachte die 13 Glück und seine ersten SoT-Punkte. Harry Sinkel lief auf Platz 14 vor Frank Petschel ein, und Jens Jakubaschk verpasste den letzten Punkt . Das belgisch-französischeDduell entschied diesmal Jacques Vlaemynck vor Marc Verhegge (beide Aprilia) für sich, den Jens Arbogast noch beinahe im Ziel abgefangen hätte.